Interview mit Holger Knaack

Weltpräsident von Rotary International

Der Kna(a)ckpunkt

Rotary muss jünger und weiblicher werden

Der Jahreskongress von Rotary fand im letzten Jahr in Hamburg statt. Seit über 30 Jahren wieder einmal in Deutschland. Auf der 110. Convention waren mehr als 25.000 Rotary-Mitglieder aus 170 Ländern zu Gast in der Hansestadt. Es war eine der bestbesuchtesten Rotary-Events Europas.

Holger Knaack ist aktueller Weltpräsident von Rotary International. Christoph Michel, Gründer von Wir tun Gutes, traf ihn zum exklusiven Interview.

Holger Knaack mit Christoph Michel von »Wir tun Gutes«

Wir ermitteln seit August 2018 die Erfolgsfaktoren für Stiftungen in Deutschland. Was macht Ihre Organisation so erfolgreich?

Es ist überall auf der Welt etwas anders. Wenn ich jetzt für Deutschland rede, dass wir hier aus der Freundschaft heraus in den Rotary Clubs so viel Stärke entwickeln, dass wir überall in der Welt lokal, regional und auch international Projekte machen, um die Welt in Richtung Besseres zu verändern.

Was ist der ultimative Erfolgsfaktor?

Ich glaube, dass ganz wichtige ist Freundschaft. Wenn man sich einmal die Woche trifft, weil man Freude daran hat, Menschen aus seiner Berufsgruppe zu treffen und über die Jahre Freundschaften zu schließen. Je offener man ist, desto größer wird das Netzwerk.

Sie sind seit Juli 2020 Weltpräsident von Rotary. Wie wollen Sie die Zukunft von Rotary gestalten?

Nach „Be the inspiration“ (Sei die Inspiration) kommt erst mal „Rotary connects the world“ (Rotary verbindet die Welt). Das neue Motto entwickeln wir gerade. Es muss zu allen Kulturen passen. Rotary hat immer noch das Image in Deutschland ein Mittagstreff für alte Herren zu sein. Aber der Anteil von weiblichen Mitgliedern steigt ständig – und durch die Flexibilität die wir haben seit ein paar Jahren auch der Anteil von jungen Berufstätigen. Wir müssen Rotary jünger und weiblicher machen.

Wie wollen Sie den Generationswechsel gegenübertreten?

Das Durchschnittsalter von Rotary in Deutschland ist schon etwas über 60 Jahre. Wir sind sehr erfolgreich mit der Gründung neuer Clubs. Generationsübergreifende Clubs gewinnen weiterhin an Qualität und auch Interesse. Die Clubs werden größer, Mentoring spielt eben auch eine Rolle dabei. Da sind wir auf einen guten Weg. Und wer sich in einem älteren, sehr durchmischten Club nicht wohl fühlt, der gründet einen neuen Club.

Holger Knaack mit Christoph Michel von »Wir tun Gutes«

Herr Knaack, vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Christoph Michel, Gründer von Wir tun Gutes.

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